Was ist GPS und wie funktioniert es?

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Wöchentlich aktualisierte Informationen direkt vom amerikanischen Betreiber des GPS gibt es hier...

Das Global Positioning System ist die Grundlage für alle modernen Navigations - und Ortungssysteme im Bereich der Land- ,Luft, - und Seenavigation.

Bild Es ist ein satellitengestützter Mobilfunkdienst, der in den 70er Jahren vom amerikanischen Verteidigungsministerium für militärische Zwecke (vgl.Internet) aufgebaut wurde und auch heute noch unterhalten wird. Die Leitzentrale "Master Control Station" für das GPS befindet sich in der Schriever Air Force Base (ehemals Falcon AFB), in der Nähe von Colorado Springs.

Das System besteht aus 24 Satelliten(bzw. 28 Satelliten), die auf sechs kreisförmigen Bahnen im 24 Stunden Rhythmus in einer Entfernung von rund 20 000km um die Erde kreisen.

Diese Anordnung stellt sicher, daß immer mindestens das Signal von vier Satelliten erfaßt werden kann. Dies stellt die Positionsberechnung mittels Triangulationsprinzip (mind. drei Satelliten) sicher. Damit kann jeder Punkt der Erde mit einer gewissen Genauigkeit bestimmt werden. Jeder Satellit sendet 50 mal pro Sekunde drei verschiedene Signale:

Den Pseude-Zufalls-Code (zur Positionsbestimmung), das Almanach-Signal (Satellitenstandort) und das Zeitkorrektur-Signal (Zeitbestimmung).

Der Pseudo-Zufalls-Code wird auf zwei unterschiedlichen Frequenzen ausgesendet. Der eine ist für die militärische Nutzung, der zweite für die zivile Nutzung vorgesehen.

Für die zivile Nutzung wurde das Signal bis Mai 2000 mit einem künstlichen Timing-Fehler versehen, der die Genauigkeit der Positionsbestimmung auf ca. 100 m beschränkte. Am 2.Mai 2000 um 5:05 Uhr wurde die Signalverschleierung - selective availability - kurz SA" dann abgeschaltet.

Mit mathematischen Funktionen im Empfängerteil von hochwertigen GPS Receivern konnte der Timingfehler in den Jahren bis 2000 jedoch auch korrigiert werden, so daß Genauigkeiten von 20 bis 30 Metern machbar waren.

Heute ist die Genauigkeit der Positionsbestimmung durch die Aufhebung der `Signalverschleierung(SA)` für die zivile Nutzung mit 5-25 Metern Abweichung , je nach verwendetem GPS-Empfänger, für die einfache zivile Nutzung mehr als ausreichend. Je nach Stellung der Satelliten am Himmel ist die Qualität des GPS-Signals jedoch auch stark zeit- und ortsabhängig. Die garantierte maximale Abweichung während 95 % der Zeit beträgt derzeit(1/2009) ca. 20,4 m(horizontal) und ca. 25 m(vertikal).

Für die Güte der Satellitengeometrie wird der DOP-Wert angegeben. H-DOP für den horizontalen Wert und V-DOP für den vertikalen Wert(dieser ist jedoch im Bereich Strassennavigation nicht weiter von Bedeutung. So sind HDOP-Werte unter 4 sehr gut, über 8 jedoch schlecht. Die HDOP Werte werden schlechter, wenn sich die empfangenen Satelliten hoch am Himmel befinden. VDOP Werte hingegen sind eher schlechter, wenn sich die Satelliten sehr nahe am Horizont befinden. Die HDOP und VDOP Werte werden im NMEA-Satz $GPGSA ausgegeben.

GPS-Signale werden in einem sehr hohen Frequenzbereich (~ 1,5 GHZ ) ausgesendet, um die weiten Distanzen problemlos zurückzulegen. Nachteil der hohen Frequenzen ist die leichte Abschirmbarkeit der Signale bei fehlender Sichtverbindung zum Himmel z.B. in Gebäuden. Zur Nutzung von GPS-Signalen in Gebäuden bieten wir Ihnen mittlerweile Spezialantennen(AS 45 – siehe unter GPS-Systeme) die einen Empfang in Gebäuden ermögliche. Deshalb sollte beim Aufbau eigener präziser GPS-Anwendungen grundsätzlich vor allem auf eine hohe Qualität der Antenne geachtet werden("Jedes GPS-Anwendung ist so gut wie seine Antenne" - Joe Wynders/GPS-Systems for High Precision/2004).

Bild Um das GPS Signal für die Fahrzeugnavigation verwenden zu können, benötigt man das passende Kartenmaterial, das in digitaler vektorisierter Form vorliegen muß. Anbieter hierfür sind derzeit die Marktführer Teleatlas und NavTech.

Die Vektorform wird benötigt, um mittels mathematischer Funktionen eine Routenberechnung durchführen zu können. 

Die Positionmarkierungen des Kartenmaterials werden so mit dem empfangenen Signal abgeglichen und die Route zu einem definierten Zielpunkt kann berechnet werden. 

Durch die unterschiedlichen Rechenalgorithmen der auf dem Markt befindlichen Navigationssysteme ergibt sich auch die Tatsache, daß fast jedes Navigationssystem von unterschiedlichen Herstellern auch unterschiedliche Routen bei gleichem Anfangs- und Zielpunkt vorschlägt.

Aufgrund der sehr großen Datenmengen, und ständigen Änderungen im Datenbestand (Bau von neuen Straßen, Baustellen, Einbahnstraßen etc.) ist die Aktualität der Straßendaten von Navigationssystemen begrenzt.

Um diesen allgemeinen Mangel zu beheben hat AuCon bereits seit 2003 eine Spezialsoftware im Programm, die es dem Kunden ermöglicht, selbst Straßendaten aufzuzeichnen bzw. zu korrigieren. Anfragen bitte telefonisch oder per Email.

Zukünftig wird vor allem GALILEO, ein GPS-System der europäischen Gemeinschaft mit 30 Satelliten, das mittlerweile veraltete GPS-System der Amerikaner revolutionieren und der bestehenden Abhängigkeit der EU vorbeugen. Die Inbetriebnahme ist für 2012 geplant, 2013 soll das System voll einsatzbereit sein.. Ein Kontrollzentrum befindet u.a. in Oberpfaffenhofen bei München. Die Satelliten Giove A(2005) und Giove B(gestartet in 2008) befinden sich bereits in der Umlaufbahn und senden erste Signale zur Erde.

Trotz der enormen Vorteile der GPS-Thematik bleibt die Überlegung, ob eine Kontrolle von `Mobilien` aller Art, in Zukunft nicht auch gewisse Probleme mit sich bringen wird.